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Möchte ein Immobilieneigentümer eine Immobilie veräußern, so stellt sich ihm zunächst die grundlegende Frage: mache ich das selbst oder schalte ich einen Immobilienmakler ein?

Die erste Möglichkeit:

Natürlich kann jemand seine Immobilie selbst verkaufen, keine Frage.

Man muss sich nur ‚schlau‘ machen, d.h. den Wert der betreffenden Immobilie feststellen, sie dann der in Frage kommenden Zielgruppe anbieten, sich anschließend ausreichend Zeit nehmen für Telefonate und E-Mail-Korrespondenz sowie Besichtigungen, und schon geht’s zum Notar. Schöner Nebeneffekt bei dieser Variante: dem Käufer kann man die Maklerprovision ersparen.

So weit so gut! Sie ahnen aber bestimmt schon, dass es soo einfach nicht sein kann. Doch, es kann schon, aber die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering.

Im Wesentlichen ist es eine Frage der Zeit: sich so schlau zu machen, dass man sich sicher sein kann, weder Geld zu verschenken noch potenzielle Interessenten durch einen (meistens von Unsicherheit herrührenden) überhöhten Preis zu verprellen; sich so sehr zu beschäftigen mit all dem was mit dem Verkauf einer Immobilie zusammen hängt.

Nach der Feststellung des Wertes von Haus, Grundstück oder Wohnung gilt es, die richtige Zielgruppe anzupeilen. Dieser Punkt scheint vordergründig ganz einfach: ein Reihenhaus ist ein Haus für die Familie, eine Zweizimmerwohnung ist für ein Paar oder einen Single das Richtige!

Aber wie oft könnte die Zielgruppe erweitert oder gar neu definiert werden, wenn z.B. ein 25m² großer Raum in Trockenbauweise in zwei Schlafzimmer aufgeteilt würde, oder wenn ein zweites Bad eingebaut würde (vielleicht würde sogar die schlichte Vorbereitung der Installationen genügen, um neues Interessentenpotenzial zu erschließen)?

Also, nehmen wir an, diese Hürden sind nun auch genommen, die Zielgruppe passt einigermaßen, und die Immobilie ist in den entsprechenden Medien platziert.

Die Interessenten tauchen alsbald auf, aber jetzt geht’s richtig ans ‚Eingemachte‘, es kommt die ‚Durststrecke‘. Mit großer Wahrscheinlichkeit folgen mühsame Wochen des Erzählens, des Terminierens, des Her-Zeigens und Rumführens.

Irgendwann (voraussichtlich aber eher früher als später) macht Frust sich breit, weil die Leute ganz offensichtlich nicht schätzen wollen, was man ihnen anbietet. Das ist umso schlimmer, wenn man das Haus oder die Wohnung, die es zu veräußern oder zu vermieten gilt, selbst bewohnt oder bewohnt hat. Kritik und Ablehnung treffen ins Herz, der so gewissenhaft recherchierte Preis wird rundweg in Frage gestellt, Aussagen werden bezweifelt.

Kurzum: es ist die Pest!

Das ist dann auch der Moment, wo man aufhört, jemandem die Provision ersparen zu wollen, die soziale Ader versiegt. Ich habe vor Jahren mal ein Zeitungsinserat gelesen, das da lautete:

„Dieses ist das letzte Inserat von privat, dann geht’s an einen Makler!!“

Ganz offensichtlich war dieser zunächst gut gelaunte und sozial eingestellte Mensch an seine Grenzen gestoßen.

Aber weiter: auch diese Phase ist überstanden, ein Interessent hat sich ‚gnädigerweise‘ (wahrscheinlich nach langem Feilschen und Hinhalten, oder/und wochenlanger Bankbearbeitungszeit) bereit erklärt, zu einem niederschmetternden Preis zu kaufen.

Wer kümmert sich nun um den Notar und den Beurkundungstermin?

Sollte man (als Verkäufer) das Heft aus der Hand geben und den Käufer das machen lassen? Was, wenn der alles Mögliche zu seinen Gunsten in den Vertrag schreiben lässt?

Die gleiche Frage kann sich im umgekehrten Fall auch legitimerweise der Käufer stellen.

Nun kann man natürlich argumentieren, dass ein deutscher Notar nichts in den Vertrag schreibt, was nicht ‚koscher‘ ist. Jedoch, in gewisser Bandbreite, ist vieles möglich, was den einen bevorteilen und den anderen benachteiligen würde. Der Notar kann (und wird in den meisten Fällen) davon ausgehen, dass die Parteien das besprochen und so gewollt haben, man kann ihm nicht für alles die Verantwortung überlassen.

Von zahlreichen Gesprächen mit Notariatsangestellten (die ja die eigentliche Arbeit der Erstellung des Kaufvertrages, der Telefonate mit Beurkundungswilligen und der ‚Vorgespräche‘ im Notariat leisten) weiß ich, dass man einen ordentlichen Horror vor diesen Zeitfressern hat, wenn sich bei einem Verkauf ‚Von privat an privat‘ die Parteien ins Notariat begeben, um sich beraten zu lassen (oft auch noch getrennt voneinander). Es geht dabei nicht selten vom Hundertsten ins Tausendste, eine Stunde ist weg wie nix, andere wichtige Arbeit bleibt liegen.

An dieser Stelle breche ich mal ab, und stelle die Frage:

„Warum tut man sich (und allen Beteiligten) das an?“ Es kann doch nur eine moderne Form von Masochismus sein. Oder ist das typisch deutsch: wir machen alles selber, vom Ölwechsel bis zum Hausverkauf? Ist es das ‚Nicht-loslassen-können‘? Einem Wildfremden das in der Immobilie gebundene Vermögen anzuvertrauen?

Kommt das alte „Nur was du selber machst, ist gut gemacht!“ wieder durch?

Natürlich ist es ein Schritt ins Ungewisse, einem Makler ‚Haus und Hof‘ anzuvertrauen, aber wenn man den richtigen (auch den Richtigen) hat, dann ist alles einfach, man muss sich um nichts kümmern, alles wird erledigt, und am Ende ist ‚die Kohle da‘!

Ich verzichte bewusst auf eine langatmige Beschreibung der zweiten Möglichkeit und dessen, was ein (guter) Makler alles vollbringt, aber kurz gesagt: es ist von allem oben Vorgetragenen das Gegenteil!

Den Beweis treten wir gerne an…